Fichtelgebirgsverein Ortsgruppe Bischofsgrün e. V.

Vereinsgeschichte

Fichtelgebirgsverein e.V. Ortsgruppe Bischofsgrün e.V. im Fichtelgebirge

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Unsere Geschichte – Eine kleine Chronik des
FGV Bischofsgrün

„Befinden sich an einem Orte und dessen näherer Umgebung mehr als zehn Mitglieder, so bilden diese zusammen eine Obmannschaft.“ Diese Bestimmung in der FGV-Satzung von 1889 ermöglichte es 13 Bischofsgrünern, sich im Jahr 1897 mit ihrem neu gegründeten „Verschönerungsverein“ dem FGV anzuschließen. Die FGV Ortsgruppe Bischofsgrün war geboren.

Für die touristische Erschließung des Gebirges, die wichtigste Aufgabe in der FGV-Anfangszeit, konnte die OG Bischofsgrün schon einige Jahre später einen maßgeblichen Beitrag zu einem Großprojekt leisten: Für 2,5 Mrd. Mark wurde der Asenturm auf dem Ochsenkopf im Inflationsjahr 1923 nach jahrelangen Planungen fertig gestellt. Seither stellt die OG den für die Betreuung des Turms verantwortlichen Hüttenwart.

Dieser Turm begleitete die Ortsgruppe auch in schwierigen Zeiten: Nur zehn Jahre später wurde er durch einen Brand beschädigt, doch schnellstmöglich hergerichtet. Die Zeit des Nationalsozialismus stellte den FGV im Gesamten, aber natürlich auch die Bischofsgrüner vor ein moralisches Dilemma: Als Wander- und Heimatverein konnte die Vereinsarbeit zwar relativ gut fortgeführt werden, dennoch galt es, sich auf die dem Verein innewohnenden Themen zu konzentrieren und größtmögliche Distanz zu politischen Aspekten zu wahren. Letztendlich musste die OG neun Jahre ohne ordentliche Mitgliederversammlung auskommen und hatte freilich auch Verluste unter ihren Mitgliedern zu beklagen. Der Asenturm war von Bomben getroffen worden und konnte nach einer erneuten Sanierung 1948 wiedereröffnet werden. Auch das Vereinsleben lief eher schleppend an.

Eine von vielen Vereinsaktivitäten, die heute schon als Tradition gilt, wurde in dieser Zeit begründet: Die Osterbrunnenwanderung am Karfreitag wurde 1946 erstmals durchgeführt und alljährlich wiederholt, bis sie 2020 der Corona-Pandemie zum Opfer fiel.

Am Ziel angekommen: Im Jahr 1947 entstand diese Aufnahme der Wandergruppe am Osterbrunnen.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich viele Tätigkeitsfelder, die unsere OG bis heute prägen:
Seit 1967 wurden regelmäßig Gästewanderungen geplant – ein Angebot, dass sich bestens etabliert hat und noch heute in Form der „Mittwochswanderungen“ großen Anklang bei Gästen und Einheimischen findet.
Selbstverständlich wurde auch das Wanderwegenetz schon damals gepflegt und erweitert, was sich beispielsweise Anfang der 1970er Jahre durch zwei große namhafte Projekte zeigte: 1972 wurde mit dem Mainwanderweg der erste Fernwanderweg durch das Bischofsgrüner Gebiet eröffnet. Bereits ein Jahr vorher war der „Naturlehrpfad Oberes Weißmaintal“ geschaffen worden – dieser ist heute ein Teilstück des „Weißmain-Ochsenkopf-Steiges“, des zweiten Bischofsgrüner Qualitäts-Wanderwegs nach dem „Panoramaweg“.

Kurz nach der Fertigstellung des zweiten Qualitäts-Wanderweges versammelt sich eine Wandergruppe vor den Hinweistafeln am Ausgangspunkt beider Wege.

Die 1970er und 1980er Jahre waren die Blütezeit der Jugendgruppe unserer OG. In Erinnerung bleibt z.B. die äußerst erfolgreiche Volkstanzgruppe. Auch die Tradition des Maibaumaufstellens führte die Jugendgruppe wieder ein. Geblieben ist unserem Verein aus dieser Zeit der unermüdliche Einsatz vieler langjähriger aktiver Mitglieder, die sich stets für neue Projekte stark machten und machen.

Diesen Bändertanz um den Maibaum gab es 1982 zu bestaunen.
Ochsenkopfblick neu und alt
Nicht nur der markante Kopf ist geblieben: Zwei Ausgaben aus dem Jahr 2020 liegen neben dem ersten Ochsenkopf-Blick von 1981.

In den 1980ern, der Zeit des Waldsterbens und einem ersten Bewusstwerden der Müllproblematik, erstarkte der Arbeitskreis Naturschutz in unserem Ort. Gleichermaßen schuf der Ortsverein nicht nur diesem AK eine Plattform, seine Interessen öffentlich zu kommunizieren: 1981 wurde die Bischofsgrüner Vereinszeitschrift, der „Ochsenkopf-Blick“, erstmals publiziert. Seit etwa 40 Jahren ist sie nun das Hauptorgan der Ortsgruppe und versorgt Vereinsmitglieder und interessierte Bürger viermal jährlich mit Informationen zum aktuellen Vereinsgeschehen und fachlichen Artikeln rund um Bischofsgrüner Themen.

Durch die vielseitigen Aktivitäten von Wandern über Naturschutz und Kulturpflege bis hin zur Kinder- und Jugendarbeit blühte die Ortsgruppe weiter auf; im Jahr 1995 konnte das 700. Mitglied begrüßt werden. In den Jahren nach der Jahrtausendwende verschoben sich die Schwerpunkte der Vereinsarbeit mitunter zu neuen Projekten: So wurden seither unter anderem der Walderlebnispfad und der Historische Ortsrundgang angelegt, der FGV Bischofsgrün ging mit einer eigenen Internetseite online, nach der Gründung des AK Chronik folgte sogleich der erste Band der mittlerweile sehr erfolgreichen Schriftreihe „Bischofsgrüner Schätze“. Später folgte als großes Projekt die digitale Erfassung des Wegenetzes. Aber auch andere neue Ideen, wie beispielsweise ein Vereinsstammtisch, fanden großen Anklang bei Mitgliedern aller Altersgruppen, sodass der FGV Bischofsgrün froh gestimmt in eine aktive Zukunft blickt.

Obwohl der Höhepunkt überschritten ist, halten sich die Mitgliederzahlen relativ stabil.

Als eine der größten Ortsgruppen des FGV spielt Bischofsgrün selbstverständlich auch in der überörtlichen Vereinsarbeit eine Rolle: Mehrmals fanden bereits Jahreshauptversammlungen des Gesamtvereins in Bischofsgrün statt, ebenso wie Wandertreffen. Auch beim Deutschen Wandertag im Jahr 2002 im Fichtelgebirge war die Ortsgruppe beteiligt, unter anderem als Organisator der Abschlusskundgebung auf dem Ochsenkopf. Als es 2018 mit der Veranstaltung des Deutschen Winterwandertages rund um den Ochsenkopf losging, konnte der FGV Bischofsgrün als eine der austragenden Ortsgruppen unter Beweis stellen, wie gut Großveranstaltungen umgesetzt werden können. Weitere Aktionen werden auch in diesem Bereich folgen…