Fichtelgebirgsverein Ortsgruppe Bischofsgrün e. V.

Bischofsgrüner Schätze Teil 7

Fichtelgebirgsverein e.V. Ortsgruppe Bischofsgrün e.V. im Fichtelgebirge

Created with Sketch.

Das Buch für 2012 des Fichtelgebirgsvereins Bischofsgrün e.V.:

Johann Georg Wunderlich (1734 – 1802)
Die Pfarr Bischofgrün in der Superintendur Culmbach

 

Das nun vorliegende Büchlein ist eine Abschrift der Aufzeichnungen des Johann Georg Wunderlich aus dem Archiv der evangelischen Kirchengemeinde Bischofsgrün. Sie wurde 2007 übertragen von Dr. Karl-Herbert Schmidt, korrekturgelesen und mit Anmerkungen und Fußnoten versehen von Dr. Wolfram Schott und Siegfried Hartmann.

Die Handschrift ist nicht datiert. Verfasst wurde sie vermutlich im Zeitraum nach 1764, wahrscheinlicher sogar nach 1776 und vor 1798. Damit ist diese Abhandlung offensichtlich sogar das älteste ausführliche Dokument über Bischofsgrün, älter als Stumpf’s “Allerley Nachrichten”, die 1797 begonnen wurden.

Wieso aber hat Wunderlich, der ja niemals in Bischofsgrün weder Pfarrer noch Schulmeister war, eine Schrift über das Dorf verfasst?

 

Beruflicher Werdegang Wunderlichs

Nach seiner theologischen Prüfung 1760 kam er als Vikar nach Töpen.

1761 kam er nach Lichtenberg mit der Anwartschaft der Amtsnachfolge des kranken Pfarrers Lohe.

1761 wurde er ordiniert.

1767 wurde ihm die Pfarrei Zell am Waldstein übertragen, wo er 15 Jahre lang wirkte.

1782 trat er die Superindentur in Wunsiedel an, die er bis zu seinem Tod 1802 inne hatte.

Die Gründe liegen vermutlich im familiären Bereich:

Wunderlich hat am 4.2.1762 die Tochter Dorothea Johanna Henriette des Lichtenberger Pfarrers Adam Nikolei Lohe geheiratet.

Der damalige Pfarrer Adolph Christoph Weise, in Bischofsgrün Pfarrer von 1762 bis 1800, hatte auch eine Tochter Lohes geheiratet.

Weiterhin hatte Johann Andreas Stumpf, in Bischofsgrün Schulmeister von 1776 bis 1836, ebenfalls eine Tochter Lohes geheiratet.

 

Zu vermuten ist also, dass sich Wunderlich des öfteren in Bischofsgrün aufgehalten hat, um seine beiden Schwager zu besuchen. Könnte es sein, dass sein Schwager Weise ihn gebeten hat, eine Pfarrbeschreibung über Bischofsgrün zu verfertigen? Eine solche war (und ist) obligat für alle Pfarrer.

Könnte es sein, dass Weise, der offensichtlich vielseitige Interessen hatte, keine Zeit hatte (oder keine Lust verspürte), eine derartige Pfarrbeschreibung selbst anzufertigen? Oder dass seine “Abnahme der Leibeskräfte” dieses verhinderte?

Die vielen Details (Jahreszahlen, Namen, Begebenheiten) über und von Bischofsgrün konnte Wunderlich nicht aus der Ferne zusammengetragen haben. Er musste Zugang zu den hiesigen Kirchenbüchern gehabt haben. Das vorliegende Manuskript war sicherlich auch nur ein Entwurf.

 

Neuigkeiten aus dem 16. bis zum 18. Jahrhundert

Wunderlich bietet interessante Nachrichten aus der Zeit des 16. bis zum 18. Jahrhundert, die sich so oft nirgendwo anders finden. So beschreibt er z.B. Kirche und Schule, Glashütte und Bräuhaus, Ortschaften und Dörfer, Pfarrer und Gelehrte aus Bischofsgrün, Schulmeister und Förster, Bürgermeister und bemerkenswerte Senioren, sonderbare Todesfälle, Kriegshandlungen, Krankheiten und andere bemerkenswerte Ereignisse.

Damit ist das Buch nicht nur ein wichtiges Zeitdokument unserer Gemeinde, sondern auch unterhaltsam.

Johann Georg Wunderlich

Die Pfarr Bischofgrün

in der Superintendur Culmbach

58 Seiten DIN A 4,

Preis 7,50 Euro,

Zu bestellen in der Bischofsgrüner
FGV-Geschäftsstelle
Tel.: 09276/1244